Lebenslänglich - Recht verloren. Freiheit verloren. Mein schwerer Weg als Jurist und politischer Gefangener der Stasi in der DDR.

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» Aus dem Inhalt

I. DER VERLUST DER FREIHEIT
1. Kriegsende - sowjetische Besatzung
2. Studium und kurze Karriere
3. Untersuchungshaft im U-Boot
4. Protokolle nach Maß
5. Unheimliche Stille
6. Eindrucksvolle Begegnung

II. Abschnitt: Anklage und Urteil
7. Bericht von jungen Bauarbeitern
8. Vorbereitung eines Strafverfahrens
9. Anklageschrift
10. Politisches Gericht
11. Sozialistisches Strafurteil
12. Letzte Instanz

III. Politische Häftlinge im DDR-Strafvollzug
13. Zuchthaus Waldheim
14. Jüngere und jüngste Geschichte
15. Briefe, Pakete, Besuche
16. Alltag in der Zelle
17. Lebenslänglich – regierungslänglich?
18. Sorgen um die Gesundheit

IV. Schwere Jahre hinter Gittern
19. Rädelsführer erzählen
20. Hausstrafverfügung
21. Trauernachricht und Arbeitseinsatz
22. Uhrmacherkommando
23. Zellendisput über Verwandte
24. Entlassungsaktion der SED

V. Produktive Arbeit im Zuchthaus
25. Reise nach Brandenburg
26. Bandarbeit in der Schneiderei
27. Dickenhobelmaschine
28. Burger Küchenmöbel
29. Einige Erleichterungen
30. Wirkungen der Zeit

VI. Außergewöhnliche Hafterfahrungen
31. Brandenburger Sonette
32. Ausbesserungsarbeiten
33. Flötenspiel
34. Geheimer Widerstand
35. Rechenaufgaben im Lohnbüro
36. Presse, Fernsehen; Häftlingsfreikauf

VII. Noch fünfundzwanzig Jahre DDR
37. Rückkehr ins Leben
38. Schlepper und Dieselmotoren
39. Operativ-Vorgang „Arie“
40. Vom Motorenbau zu den Holzstielen
41. übergangslösung: Hydrogeologie
42. Großhandel Waren täglicher Bedarf

VIII. Ende der Gefangenschaft
43. Grenzöffnung - Fahrten gen Westen
44. Freie Wahlen - neues Recht
45. Deutschland wird friedlich vereinigt
46. Verbandsleben
47. Schrittweise Rehabilitierung
48. Nachbetrachtung zur Jahrtausendwende

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Der Richter

Der Vorsitzende, ein Oberrichter Günther, eröffnete die Hauptverhandlung. Er hatte eine unangenehme, krähige Stimme und, was sofort auffiel, er hatte einen „Zwinker-Tick.“ Er zwinkerte mit beiden Augen alle ein bis zwei Sekunden mehrfach kurz hintereinander. Dieses Nervenleiden war an sich bedauernswert. Vielleicht hatte er es sich als Verfolgter des Naziregimes in einem KZ zugezogen und glaubte nun, er müsse sich an seinen politischen Gegnern rächen. Jedenfalls leitete er die Verhandlung in einer zynischen, hasserfüllten Weise. Zur Einführung würdigte er ausführlich die Friedenspolitik des großen Völkerfreundes Stalin. Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland hingegen bezeichnete er als „Verbrecherclique, die dem amerikanischen Faschismus zur Durchführung seiner Kriegspolitik dient und sich der finanziellen Unterstützung durch deutsche Rüstungsmagnaten und Kriegsverbrecher erfreut.“

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