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BUCHKRITIK

Helmut Pfeiffer beschreibt in seinem Buch seinen schweren Weg als Jurist und als politischer Gefangener der DDR. 1929 geboren, hat er sich zum Ende des 2. Weltkrieges politisch für die Sozialdemokratie und beruflich für einen neuen Rechtsstaat entschieden. Doch erst nach 1990 sollte er die Möglichkeiten haben, politisch und beruflich in diesem Sinne wirken zu können.

In den DDR-Jahren geriet er als junger Jurist in Berlin in die Mühlen des DDR-Polizeistaates und politischen Strafrechtes. Vom 17. Juni 1953 erfuhr er erst von Mitgefangenen, denn zu dieser Zeit saß er bereits im zentralen Stasi-Untersuchungsgefängnis. In einem Schauprozess wurde er zu lebenslänglicher Haft verurteilt, ein Mitangeklagter verlor infolge des Urteils sein Leben.

In den Folgejahren erlebte Pfeiffer viele DDR-Gefängnisse von innen, galt jahrelang als „Politischer“ und „Lebenslänglicher“, bis er nach 11 Jahren aufgrund eines Amnestie-Erlasses des Staatsrates der DDR am 17. Dezember 1964 entlassen wurde.

Quelle: smn-online

Der Verlust der Freiheit

Artikel1

Schon mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges – acht Jahre vor meiner Verhaftung – waren Ereignisse eingetreten, die sich entscheidend auf mein späteres Schicksal auswirkten. Es begann mit dem Osterfest 1945. …

Anklage und Urteil

Artikel6

Für mich wurde am Ende des Kellergangs eine Zelle geöffnet. Sie war ebenso eng und mit Pritsche und Kübel ausgestattet wie die vorige. Diesmal saßen aber schon zwei Gefangene darin. …

Politische Häftlinge im DDR Strafvollzug

Artikel4

Bei meiner Ankunft war es mir diesmal keinen Augenblick lang ungewiss, wo ich mich befand. Während des Aussteigens wurde schon laut darüber diskutiert, dass hier die berüchtigte Strafvollzugsanstalt Waldheim …

Schwere Jahre hinter Gittern

Artikel3

Im Verlauf des Jahres 1955 ereignete sich noch einiges. Jetzt hielt manchmal ein kleiner Wagen aus der Gefangenenbücherei vor der Zelle und jeder konnte ein Buch entleihen. Zur Auswahl war wenig Gelegenheit …

Produktive Arbeit im Zuchthaus

Artikel 14

Jeder Häftling wurde namentlich aufgerufen, musste seine Gefangenennummer nennen und wurde dann sehr umständlich – offensichtlich auf mehreren Transportlisten – abgehakt. Als das für 20 Männer erledigt war …

Außergewöhnliche Hafterfahrung

Artikel 15

Unter den Büchern, die aus der Anstaltsbibliothek entliehen werden konnten, waren – wie in Waldheim – ältere Werke der Weltliteratur reichlich vorhanden. Mehr durch Zufall bekam ich die Bände einer deutschen Gesamtausgabe von Shakespeare …

Noch 25 Jahre DDR

Artikel2

Der Wunsch, am Weihnachtsfest wieder daheim zu sein, bewegte jeden der Männer – ganz gleich, ob durch Freikauf, durch eine Amnestie oder durch die vorzeitige Strafaussetzung, nur frei sein wollten alle …

Ende der Gefangenschaft

Artikel13

Die Ereignisse im Herbst des Jahres 1989 erfüllten mich mit großer Freude und Genugtuung. Die Macht der SED brach Schritt für Schritt auseinander, der Weg für die Vereinigung der beiden deutschen Staaten öffnete sich …

Der Autor Helmut Pfeiffer †

Artikel11

Der Nordhäuser Helmut Pfeiffer hat einen schweren Lebensweg hinter sich. In den DDR-Jahren geriet er als junger Jurist in Berlin in die Mühlen des DDR Polizeistaates und politischen Strafrechtes. Er schrieb seine Lebenserinnerungen für die nachfolgenden Generationen nieder …

Das Buch

Artikel10

Die erste Druckauflage des Buches erschien 2005 und wurde von der Landesbeauftragten des Freistaates Thüringen für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR herausgegeben. Diese Auflage ist bereits vergriffen und daher nicht mehr erhältlich.